Schlagwort-Archive: Südafrika

Tore für die Menschenrechte

Hallo, darf ich Ihnen ein Zitronenbonbon anbieten?

Wussten Sie schon, dass Zitrone und Knoblauch gegen AIDS helfen?

Die Selbstverständlichkeit, mit der die Hochschulgruppe Erlangen bei ihrer Aktion „Tore für die Menschenrechte“ auf dem Hugenottenplatz angesichts solcher Aussagen in entsetze Gesichter blickten, ist in vielen Ländern jedoch noch lange nicht Realität. Am Vormittag des Halbfinales der WM sollten die Erlanger auf spielerische Weise mit Problemen im Gastland Südafrika konfrontiert werden.
Die Empfehlung, sich nicht einer Retroviraltherapie zu unterziehen, sondern Rote Bete, Zitrone oder Knoblauch zu verwenden stammt von der ehemaligen Gesundheitsministerin Südafrikas. Diese und andere „Gesundheitstipps“ sowie in der Bevölkerung verankerter Aberglaube verhindern eine wirksame Bekämpfung der Krankheit. Nach Schätzungen von UNAIDS waren 2009 in Südafrika 5,7 Mio. Menschen HIV-positiv. 55% der HIVInfizierten in Südafrika sind Frauen und aufgrund der schlechten medizinischen Versorgung überträgt wiederum rund ein Drittel von ihnen das Virus auf das Kind. (mehr …)

Der lange Weg aus der Dunkelheit

Am Dienstag, den 11. Mai zeigten wir den Dokumentarfilm “Der lange Weg aus der Dunkelheit”. Der für einen Oscar nominierte Film von Deborah Hoffmann und Frances Reid aus dem Jahr 2000 begleitet vier Südafrikaner vor der Wahrheits- und Versöhnungskommission. Diese arbeitete Mitte der 90er Jahre daran, Menschenrechtsverletzungen aus der Zeit der Apartheid aufzuklären.

In Südafrika herrschte lange Jahre eines der rassistischsten Gesellschaftssysteme der Welt. Die sogenannte “Apartheid” führte zu Diskriminierung, Ausgrenzung und Benachteiligung der schwarzafrikanischen Bevölkerungsteile über Jahrzehnte hinweg. Die Überwindung dieses dunklen Kapitels durch die Widerstandsbewegung, an deren Spitze Nelson Mandela und sein “African National Congress” (ANC) standen, setzte ein Beispiel für den Kampf um die Menschenrechte. (mehr …)

Mensastände am Langemarckplatz

Verloren: Du wirst im Slum von Fisantekraal ermordet, weil du aus Somalia kommst und fremdenfeindliche Gruppen gezielt Jagd auf Ausländer machen.

Wer hört auf dem Weg zur Mensa schon gerne, dass er oder sie vergewaltigt, ermordet, ausgeraubt oder mit HIV infiziert wurde?

Trotzdem fand das Loseziehen am Stand breiten Anklang und sorgte für Diskussionsbedarf.
Ein Stück südafrikanischer Alltag direkt vor der Erlanger Mensa brachte den Interessierten anschaulich die Menschenrechtssituation im Land näher.
Gewinner als auch Verlierer nutzen gern die Chance, sich am Stand mit Infomaterial einzudecken oder die bereitliegende Petition zu unterzeichnen, um ihren Teil zu einer Verbesserung der Menschenrechtssituation beizutragen. (mehr …)

Interner Workshop zu Südafrika

Da das sich das Sommersemester 2010 bei uns ganz um das Thema Südafrika dreht, haben wir am 18.April einen internen Workshop zur Vergangenheit und Gegenwart dieses Landes organisiert.
Neben einem inhaltlichen Input stand auch eine Reihe organisatorischer Fragen an sowie ein gemeinsames Mittagessen in geselliger Runde.

Die beiden Referenten Daniel und Christian berichteten nach einem landeskundlichen Einstieg in ihren weiteren Ausführungen über die AIDS-Problematik. Ohne Untertreibung kann im Fall Südafrikas von einer regelrechten Epidemie gesprochen werden.
Nicht weniger schockierend ist die immer noch weit verbreitete Ablehnung von HIV-Infizierten sowie die fatale politische Haltung, HIV sei durch obskure Heilmethoden – z.B. Verzehr von Knoblauch, das Duschen nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr – zu bekämpfen.
Ein geschichtlicher Abriss Südafrikas wurde genutzt, um zum einen auf die ereignisreiche Geschichte des Landes zu verweisen und zum anderen das immer noch von rassistischen Spannungen gekennzeichnete Zusammenleben in dieser multikulturellen Gesellschaft zu skizzieren. (mehr …)