Archiv der Kategorie: Wintersemester 2009/2010

Festung Erlangen – Offen aus Tradition

ABGELEHNT!
Eine lange Schlange baut sich unter den strengen Blicken des Beamten auf. Die Beamtin am Schreibtisch der Asylbehörde lässt sich Zeit. Ein Kaffee. Eine Kleinigkeit zu Essen. Ein Blick in die Zeitung. Erst dann dürfen die Flüchtlinge vortreten. Doch ihr Antrag wird abgelehnt. Im Stillen reiht sich die Gruppe zu einer stummen Mahnwache auf.

„Gehen Sie weiter! Sie kommen hier nicht rein!“ (mehr …)

Filmabend: "Hotel Sahara"

Auch im Wintersemester 09/10 veranstalteten wir einen Filmabend. Dieses Mal zeigten wir den Dokumentarfilm „Hotel Sahara“.

Der Film spielt in Nouadhibou, einer Stadt im westafrikanischen Mauretanien. Sie ist Sehnsuchtsort und Zwischenstopp zehntausender Afrikaner auf der Reise nach Europa. Und häufig genug ist Nouhadibou auch Endstation. Viele der Flüchtlinge, die hier stranden, kommen nicht mehr weiter, sie werden aufgegriffen, in Lagern interniert und wieder in ihre Herkunftsländer abgeschoben. Nouhadibou ist auch so etwas wie eine vorgeschobene Außengrenze Europas tief im Herzen von Afrika.

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Infoabend

Wer ist eigentlich dieser Amnesty? Und warum ist er so International?

Unter diesem Motto veranstalten wir jedes Wintersemester unseren Informationsabend im Kollegienhaus. Hierbei werden grundsätzliche Fragen geklärt, zum Beispiel: Was sind eigentlich Menschenrechte? Wofür steht Amnesty International? Welche Ziele hat Amnesty und mit welchen Mitteln sollen diese erreicht werden? Außerdem stellen wir Euch unsere Arbeit als Hochschulgruppe vor, sowie einige unserer Themenschwerpunkte und Aktionen der vergangenen Semester.

Mensastände

Wie jedes Semester haben wir Wind und Wetter getrotzt. Einmal am Langemarckplatz und einmal an der Südmensa haben wir zu Beginn des neuen Semesters auf unsere Arbeit aufmerksam machen können. Dabei haben wir nicht nur Flyer mit unserem Semesterprogramm verteilt und die Arbeit von Amnesty International bekannt gemacht, sondern gleichzeitig unseren Semesterschwerpunkt thematisiert: die Asylpolitik Europas. (mehr …)

Lange Nacht der Wissenschaften

Wir nahmen die Lange Nacht der Wissenschaften vom 24. Oktober zum Anlass, um unser aktuelles Arbeitsthema – die Flüchtlingsproblematik an Europas Grenzen und der Umgang mit Asylsuchenden – einem besonders großen Publikum vorzustellen. Die Besucher konnten sich zur völkerrechtswidrigen erzwungenen Umkehr von Flüchtlingen auf hoher See, zum menschenrechtlich zweifelhaften Vorgehen der Grenzagentur FRONTEX, zu Deutschlands (zu geringen) Anteil am Resettlement Programm informieren und sich natürlich ein genaues Bild von unserer Hochschulgruppe machen. Wer Lust hatte, konnte am Fotowettbewerb teilzunehmen und eine besonders einfallsreiche Situation im Schlauchboot nachstellen. (mehr …)

Erstsemesterbegrüßung

„Gewonnen! Sie sind Mitarbeiter der Agentur FRONTEX und können sicher von ihrem Boot aus zusehen, wie Flüchtlinge auf hoher See ertrinken.“

Wer auf der ErstsemesErstsemesterbegrüßungterbegrüßung 09/10 dies lesen konnte, hatte Glück. Genauso wie die Menschen, von deren Schicksal auf den Losen der amnesty-international-Hochschulgruppe berichtet wurde. Wir informierten am Montag interessierte Studienanfänger über die Arbeit von amnesty international und das diessemestrige Leitthema der Hochschulgruppe: Festung Europa – Die Asylpolitik der EU.

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Interner Workshop zum Thema Europa und Flüchtlinge

Am Sonntag bevor das Semester wieder losging, veranstalten wir einen internen Workshop, um uns auf das schwierige Thema „Europa und Flüchtlinge“ vorzubereiten. Da wir im letzten Semester viele Neuzugänge hatten, informierte uns Martin, der Kassenwart der Ortsgruppe, zunächst über die internen Strukturen von Amnesty und der genauen Arbeit in Erlangen. Interner WorkshopNach einer gemeinsamen Mittagspause stiegen wir dann direkt ins Thema Flüchtlinge ein. Michael Schöttler, von der Amnesty Ortsgruppe und EFIE, erläuterte uns in seinem Vortrag die Situation der Flüchtlinge in Europa. Anhand von Material des UNHCR stellte er uns dar aus welchen Ländern besonders viele Flüchtlinge ausreisen (im Moment besonders viele aus dem Iraq und vielen afrikanischen Ländern) und wie die Aufnahme von Asylsuchenden in den verschiedenen Länder der EU gehandhabt wird. Am Ende berichtete er uns noch von seinen persönlichen Erfahrungen, die er in Erlangen mit Flüchtlingen und deren Problemen immer wieder macht. Hierbei werden die Asylsuchenden zum Beispiel mit sozialer Abgrenzung, jahrelangen Verfahren und engen Sammelunterkünften konfrontiert. Zum Abschluss wurde für Januar eine neue Aktion geplant, die bisher das Motto „Festung Erlangen – Offen aus Tradition“ trägt, und Ideen für dieses Semester gesammelt.

Flüchtlinge und Asyl

Jährlich kommen 2.000 Flüchtlinge auf dem Weg von Afrika nach Europa ums Leben. Immer wieder wird von Flüchtlingsdramen an italienischen Stränden berichtet. Die Asylsuchenden sind in menschenverachtenden Unterkünften untergebracht. Die Festung Europa formiert sich. Nach Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hat jeder Mensch das Recht Asyl zu suchen und zu genießen, wenn er in seiner Heimat Verfolgung oder Folter ausgesetzt ist. Doch die EU umgeht diese Rechte zum Beispiel durch den Einsatz der Agentur FRONTEX, die Boote mit Flüchtlingen abfängt, bevor sie an europäische Küsten gelangen und ihnen damit das Recht verwehrt, ihren Antrag auf Asyl überhaupt zu stellen. Das Resettlement-Programm des UNHCR soll Europa helfen, besser mit Flüchtlingen umzugehen und die Lasten auf alle Mitglieder zu verteilen. Hierbei müssen sich Länder, die wie z.B. Italien nicht durch ihre Küste besonders stark von Flüchtlingsströmen betroffen sind, bereit erklären Asylsuchende aufzunehmen. Deutschland hat zwar der Aufnahme von 2.500 Flüchtlingen aus dem Irak zugesagt, aber hält sich bis jetzt noch sehr zurück. Das Programm kann vielen Menschen helfen, Asyl zu bekommen, jedoch darf es nicht als Ersatz für faire Asylverfahren und den Schutz durch die Genfer Flüchtlingskonvention angesehen werden. Denn auch die Situation von Flüchtlingen, die es bis hinter die „Festungsmauern“ schaffen, ist von restriktiven Regelungen und jahrelangen Wartezeiten geprägt. In Sammelquartieren dürfen die Asylsuchenden über mehrere Jahre ihren Wohnort nicht verlassen, erhalten Essenspakete und dürfen jedoch selbst keine Arbeit annehmen. Die soziale Ausgrenzung und das Warten auf ein faires Verfahren ermöglichen den Flüchtlingen keine Integration und bedeuten ein Leben in ständiger Angst vor der Abschiebung. (mehr …)