Archiv der Kategorie: Sommersemester 2009

Aktionen Sommersemester 2009

Während der Militärdiktaturen in den 1970er und 1980er Jahren wurden in vielen lateinamerikanischen Staaten die Menschenrechte auf vielfältige Art und Weise missachtet. Pressezensur, geheime Haftzentren, Folter, „Verschwindenlassen“ und extralegale Hinrichtungen waren neben vielen anderen Menschenrechtsverletzungen zu dieser Zeit an der Tagesordnung. Nach dem Ende der Diktaturen wurden in den meisten Staaten sogenannte Wahrheitskommissionen eingerichtet, welche die Verbrechen der Vergangenheit aufarbeiten sollten. Auch wenn zumeist die Befriedung der feindlichen Lager durch eine strafrechtliche Amnestie der Täter erreicht wurde, gab es spektakuläre Strafprozesse, welche die Weltöffentlichkeit beschäftigten. Die Verhaftung des chilenischen Ex-Diktators Augusto Pinochet in England oder der gerade beendete Prozess gegen Alberto Fujimori sind dafür nur zwei Beispiele. (mehr …)

Amnesty überfällt die Stadt oder: ein etwas anderer Einkaufstag

Am Samstag den 18. Juli 2009 sorgten wir zusammen mit der Theatergruppe des Emmy-Noether-Gymnasiums für Aufmerksamkeit in der Erlanger Fußgängerzone. Fünf kurze Theateraktionen lenkten die Passanten von ihrem morgendlichen Einkaufsbummel ab und führten ihnen aktuelle Menschenrechtsverletzungen in Lateinamerika vor Augen.

gefangen: Der Aktionstag wurde mit einem Marsch vom Rathausplatz bis zu den Erlanger Arcaden eingeleitet. Als Paramilitärs verkleidete Schüler und Studierende trieben einen Gefangenen unter Kommandos die Hauptstraße entlang. Der Gefangene versuchte mehrmals zu flüchten, wurde jedoch immer wieder eingefangen.gefangen1 gefangen2 gefangen3 (mehr …)

Themenabend Lateinamerika mit der KHG im Pacelli-Haus

Hinrichtungen & Straflosigkeit an der  Tagesordnung:

Ein Themenabend zur Menschenrechtslage in Kolumbien

Rund 60 Interessierte kamen am 9. Juni 2009 ins Erlanger Pacelli-Haus, um den Themenabend zur Menschenrechtslage in Lateinamerika zu besuchen. Hierzu hatten wir in Zusammenarbeit mit der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) eingeladen.

Nach einem gemeinsamen Abendessen stellten wir zunächst die Menschenrechtsarbeit von Amnesty International vor, insbesondere die Aktivitäten und Möglichkeiten vor Ort. Im Anschluss berichteten drei Gruppenmitglieder über Menschenrechtsverletzungen in Lateinamerika. Zu Anfang erhielten die Besucher eine allgemeine Einführung in die Thematik, worauf eine intensive Auseinandersetzung mit dem bewaffneten Konflikt und der Menschenrechtslage in Kolumbien folgte. Es wurde auf massive Menschenrechtsverletzungen der Konfliktparteien an der Zivilbevölkerung wie extralegale Hinrichtungen, Straflosigkeit und Folter hingewiesen sowie anhand von Einzelfällen die schwierige Lage von Menschenrechtsverteidigern veranschaulicht. Zum Abschluss stellten wir die kolumbianische Friedensgemeinde San José de Apartadó vor, die seit vielen Jahren friedlichen Widerstand gegen die bewaffneten Konfliktparteien leistet und deshalb schon zahlreiche Opfer beklagen musste. (mehr …)

Filmabend: Mexiko – Die Stadt der toten Töchter

Auch im Sommersemester 2009 veranstaltete die Amnesty International Hochschulgruppe einen Filmabend. Diesmal zeigten wir den Dokumentarfilm „Mexiko- Die Stadt der toten Töchter“. Der Film handelt von der endlosen Mordserie in Mexiko. Viele Mädchen und junge Frauen aus den Armenvierteln wurden seit 1993 entführt, vergewaltigt und ermordet. Nur teilweise werden ihre Leichengefunden. Als man bei der Entdeckung von fünf Frauenleichen zwei Busfahrer verhaftet, kommt es zu schweren Menschenrechtsverletzungen auf Seiten der mexikanischen Justiz: Obwohl ihre Geständnisse nachweislich unter Folter entstanden, akzeptiert ein mexikanischer Richter ihre Aussagen. Der Film untersucht die Hintergründe der Mordserie von Ciudad Jurez und lässt die Angehörigen der Mordopfer, den zurückgetretenen Chefermittler, den Generalstaatsanwalt sowie kritische Journalisten und Menschenrechtler zu Wort kommen. (mehr …)

Infoabend am 07.05.2009 um 20.00 Uhr im Kollegienhaus (Raum 0.020)

Infoabend-Plakat

Bei unserem Infoabend wollten wir euch Antworten auf folgende Fragen geben:

  • Was sind Menschenrechte?
  • Wofür engagiert sich Amnesty International? Mit welchen Mitteln setzt sich Amnesty International für diese Ziele ein?
  • Was ist die Aufgabe der Hochschulgruppe? Was haben wir in den vergangenen Jahren gemacht? Welche Aktionen sind für die Zukunft geplant?
  • Und natürlich auch: Wie kann man sich privat oder im Rahmen von Amnesty International für die Achtung der Menschenrechte einsetzen?
  • (mehr …)

Informationsstände am 28.04.2009 vor der Stadtmensa und am 04.05.2009 vor der Südmensa

Wie jedes Semester haben wir auch dieses Jahr Informationsstände aufgebaut um die Erlanger Studierenden und Beschäftigten auf Menschenrechtsprobleme aufmerksam zu machen. Anders als in den Jahren davor haben wir uns aber nicht nur vor der Stadtmensa am Langemarckplatz, sondern auch an der Südmensa am roten Platz präsentiert.

Da die beiden Termine um den Tag der Arbeiter am 1. Mai gestreut waren, haben wir uns thematisch für verfolgte und bedrohte kolumbianische Gewerkschafter eingesetzt. Kolumbien ist für Gewerkschafter eines der gefährlichsten Länder der Erde. In den letzten 18 Jahren wurden nach Angaben der „Kolumbianischen Schule für Gewerkschafter“ mehr als 2284 Gewerkschafter ermordet. An den Mensaständen haben wir Informationsmaterial verteilt sowie Unterschriften für eine Petition gesammelt. Die Petition soll den drei Mitgliedern Javier Correa, José Domingo Florez und Luís Eduardo García der Gewerkschaft SINALTRAINAL die Ausübung ihrer Gewerkschaftsarbeit ohne Morddrohungen ermöglichen. Zudem wird ein Ende der Straflosigkeit für die hinter den Drohungen stehenden Gruppierungen gefordert. Traurige Berühmtheit erlangt die kolumbianische Gewerkschaft SINALTRAINAL immer wieder mit meist gewaltsam verhinderten Versuchen, Arbeiterrechte in Ablegern von multinationalen Konzernen (z.B. Coca-Cola) durchzusetzen. (mehr …)

Interne Schulung zu Lateinamerika

Um uns eingehend auf das Sommersemester und unser Thema Lateinamerika vorzubereiten veranstalteten wir am Sonntag vor Semesteranfang eine interne Schulung. Zunächst informierten uns einige Mitglieder in Referaten über die Menschenrechtssituation in Guatemala, Brasilien, Haiti, Kolumbien und Venezuela. Nach einem ausgiebigen Mittagsessen im sonnigen Hof wurden dann noch mögliche Aktionsformen von Amnesty vorgestellt. Außerdem diskutierten wir hierbei wie wir zum Beispiel unsere Infostände durch witzige Aktionen – wie die Losziehung an den Mensaständen – etwas aufpeppen könnten und begannen mit der Planung für eine Aktion im Juli mit dem Arbeitstitel „Amnesty überfällt die Stadt“. (mehr …)