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Aktion gegen Hate Crimes

Die Amnesty International Hochschulgruppe Erlangen beteiligte sich mit einer Aktion am 4. Juli 2016 an der vom Studierenden-Aktionsnetzwerk (kurz: STAN) ausgerufenen Kampagne gegen Hate Crimes.

Die „nationale Kampagne gegen rassistische Hate Crimes“ ist eine Reaktion auf die zunehmende Gewalt und Gewaltbereitschaft gegen Geflüchtete, People of Color, Schwarze Menschen und (mutmaßliche) Migrant_innen und die zunehmende Zahl an Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte. Die in diesem Rahmen erfolgenden Aktionen begleiten die Veröffentlichung des von Amnesty International erstellten Berichts mit dem Titel „Leben in Unsicherheit – Wie Deutschland Opfer rassistischer Gewalt im Stich lässt“.

Der englische Begriff „Hate Crime“ bezeichnet diskriminierende oder rassistische Gewalt gegen Menschen, die Minderheiten angehören. Hate Crimes richten sich somit nicht nur gegen ethnische Gruppen, sondern beispielsweise auch gegen religiöse Minderheiten, (vermeintliche) Obdachlose, People of Color oder LGBTI. Hate Crimes sind als Taten mit gesellschaftlichem Hintergrund zu verstehen, da dem jeweiligen Opfer einer bestimmten Gruppenzugehörigkeit unterstellt wird und die Tat aus dieser Unterstellung resultiert. Die Tat selbst bezieht sich somit nicht nur auf das konkrete Opfer, sondern auf die ganze vermutete Gruppe und demonstriert der Gruppe die offene Ablehnung durch den Täter.

Am 4. Juli 2016 beteiligte sich die Hochschulgruppe Erlangen mit einer eigenen Aktion an der STAN-Kampagne gegen Hate Crimes. Die beteiligten Studierenden hatten im Vorfeld Schilder angefertigt, welche zum Ausdruck bringen, dass der Träger oder die Trägerin selbst Teil einer Minderheit ist, dies aber gleichzeitig kein Problem ist und sein kann. Auf einem Schild stand beispielsweise „Ich bin schwul – na und?!“, auf einem anderen „Ich bin Asiate – na und?“, auf dem nächsten „Ich bin schwarz – na und?!“. Hierbei wurde bewusst nicht nur Bezug auf rassistisch motivierte Diskriminierung, sondern auf Hate Crimes allgemein genommen, um eine Vielfalt an betroffenen Individuen und Minderheiten zu repräsentieren.

Die Studierenden verteilten sich in der Universitätsbibliothek und gingen „normalen“ Beschäftigungen nach, um als Teil der Gesamtheit der Studierenden wahrgenommen zu werden. Als gemeinsamer Impuls wurden nach einer bestimmten Zeit die Schilder umgehängt, auf denen diese und ähnliche Formulierungen zu mehr Toleranz und gegen Hate Crimes aufriefen. Die beteiligten Studierenden nahmen weiter an den „normalen“ Abläufen in der Uni teil, suchten beispielsweise nach Büchern oder setzen sich an Tische, um zu arbeiten oder zu lesen.

Die Schilder wurden von den regulären Bibliotheksbesuchern mit Interesse wahrgenommen. Ablehnende Reaktionen konnten nicht ausgemacht werden. Aufgrund des Ruhegebotes der Bibliothek kam es zu keiner weiterführenden Information oder Auseinandersetzung mit den Bibliotheksbesuchern. Die beteiligten Studierenden der Hochschulgruppe Erlangen bewerten die Aktion als sehr erfolgreich und wollen diese in Zukunft auch an anderen öffentlichen Plätzen wiederholen.

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