Aktionsstand für mehr Verhütung in Burkina Faso

Im Januar hat der Arbeitskreis der Hochschulgruppe Amnesty International Erlangen „My Body My Rights“ einen Aktionsstand in der Südmensa der FAU organisiert. Dabei ging es darum, auf die Missstände der fehlenden Verhütungsmittel in Burkina Faso hinzuweisen.

Burkina Faso ist weltweit eines der Länder mit den geringsten Raten bei der Verwendung von Verhütungsmitteln: nach der letzten Zählung von 2014 nutzen lediglich 17 Prozent der Frauen empfängnisverhütende Mittel – in Deutschland hingegen nehmen allein 80 Prozent der Frauen die Pille ein. Im Alter von 19 Jahren ist die Hälfte der Frauen in Burkina Faso bereits Mutter. Die deutschen Frauen bekommen ihr erstes Kind im Durchschnitt mit 29,5 Jahren. Die durchschnittliche Kinderanzahl pro Frau beträgt in Deutschland 1,38 und in Burkina Faso 5,69. Viele Mütter sterben außerdem bei der Geburt ihres Kindes. Gut die Hälfte der Frauen werden noch vor ihrem 18. Geburtstag zwangsverheiratet und 10 Prozent sogar vor ihrem 15. Geburtstag. Fast die Hälfte der Frauen würden Verhütungsmittel benötigen, aber ihnen fehlt der Zugang. Zwei Drittel der Frauen nutzen keine modernen Verhütungsmittel.

Darauf bezog sich auch die Gestaltung unsere Aktion in der Mensa – wir haben uns verschiedene Verhütungsmythen ausgedacht und diese mithilfe von Plakaten anschaulich und lustig dargestellt. Doch leider sind manche Verhütungsmythen (nicht unbedingt unsere) dort die „Realität“. Würde der Bedarf an Verhütungsmitteln gedeckt werden, würden die unsicheren Abtreibungen um 85 Prozent zurückgehen und 232.000 Frauen würden nicht ungewollt schwanger werden. Daher fordern wir mit unserer Petition: Mädchen und Frauen in Burkina Faso sollen selbst entscheiden können, ob und wie viele Kinder sie wollen. Sie sollen durch die Verwendung von Verhütungsmitteln sexuell selbstbestimmter werden.