Filmabend: Galgen für eine 16-Jährige

Auch in diesem Semester veranstaltete die Amnesty International Hochschulgruppe wieder einen Filmabend. Diesmal zeigten wir den Dokumentarfilm „Galgen für eine 16-Jährige“. Der Film erzählt die Geschichte der 16-jährigen Atefeh Rajabi Sahaaleh. Sie wurde 2004 wegen unzüchtigen Verhaltens im Iran zum Tod durch Erhängen verurteilt.

Als Atefeh noch ein kleines Kind war, kam ihre Mutter in einem Autounfall ums Leben. Da ihr Vater drogensüchtig wurde, sollten sich ihre Großeltern um sie kümmern. Es war eine schwierige Kindheit für das Mädchen, das sich ohne Erziehungsautoritäten und Aufsicht frei fühlte, alleine um die Straßen von Neka zu ziehen, sich mit Jungen zu verabreden oder in Cafés aufzuhalten – in der streng bewachten iranischen Stadt zu viel Freiheit für eine junge Frau. Schnell fiel sie der “Moral-Polizei” auf. Mit 13 Jahren wurde sie zum ersten Mal verhaftet. Noch dreimal gelang sie in die Fänge der Sicherheitsmänner, das vierte Mal überlebte sie nicht. Unter Foltern gab sie zu, mit einem 51-jährigen Taxifahrer mehrmals Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Dabei war sie vom ehemaligen Wächter der Revolutionsarmee vergewaltigt worden. Wegen vielfachen Verbrechen gegen die Sittlichkeit wurde die 16-Jährige angeklagt. Ohne Anwalt musste sie sich gegen die Anschuldigungen verteidigen. und wurde zum Tod verurteilt. Am frühen Morgen des 15. Augusts wurde sie öffentlich an einem Baukran erhängt und starb so eines qualvollen Tods.