Der lange Weg aus der Dunkelheit

Am Dienstag, den 11. Mai zeigten wir den Dokumentarfilm “Der lange Weg aus der Dunkelheit”. Der für einen Oscar nominierte Film von Deborah Hoffmann und Frances Reid aus dem Jahr 2000 begleitet vier Südafrikaner vor der Wahrheits- und Versöhnungskommission. Diese arbeitete Mitte der 90er Jahre daran, Menschenrechtsverletzungen aus der Zeit der Apartheid aufzuklären.

In Südafrika herrschte lange Jahre eines der rassistischsten Gesellschaftssysteme der Welt. Die sogenannte “Apartheid” führte zu Diskriminierung, Ausgrenzung und Benachteiligung der schwarzafrikanischen Bevölkerungsteile über Jahrzehnte hinweg. Die Überwindung dieses dunklen Kapitels durch die Widerstandsbewegung, an deren Spitze Nelson Mandela und sein “African National Congress” (ANC) standen, setzte ein Beispiel für den Kampf um die Menschenrechte.

Dennoch lebten Täter sowie Opfer des ehemaligen Unrechtsstaates weiterhin zusammen im neuen freien Südafrika.

Die sogenannten “Truth and Reconciliation Comissions” (TRC) waren eine Institution, die von der südafrikanischen Regierung ins Leben gerufen wurde, um die Vergangenheit aktiv zu bewältigen. Es sollte nicht von Anfang an verschwiegen werden, was in den Jahren zuvor geschehen war.

Der Film “Der Lange Weg aus der Dunkelheit – Long Night’s Journey Into Day” beschäftigt sich an dieser Stelle mit den Geschichten mehrerer Südafrikaner, die als Opfer oder als Täter vor den TRCs standen. Es wurden Angehörige aller beteiligten Parteien vor die TRCs gestellt. Man ermittelte, welche Verbrechen sie gegen die Menschenrechte begangen hatten und was ihre Motive waren. So fanden sich ebenso weiße Soldaten als Verteidiger der “Apartheid” auf der Anklagebank, weil sie ANC-Mitglieder ermordeten, genauso wie schwarze Aktivisten, weil sie weiße Politiker töteten.

Der Film aus dem Jahr 2000 versucht zu beleuchten, wie sich die TRCs auf die Gesellschaft auswirkten und ob den Beteiligten Gerechtigkeit widerfuhr.

Vielen Dank fürs Kommen und das rege Interesse!