Mensastand am Langemarckplatz

Mensastände am Langemarckplatz

Verloren: Du wirst im Slum von Fisantekraal ermordet, weil du aus Somalia kommst und fremdenfeindliche Gruppen gezielt Jagd auf Ausländer machen.

Wer hört auf dem Weg zur Mensa schon gerne, dass er oder sie vergewaltigt, ermordet, ausgeraubt oder mit HIV infiziert wurde?

Trotzdem fand das Loseziehen am Stand breiten Anklang und sorgte für Diskussionsbedarf.
Ein Stück südafrikanischer Alltag direkt vor der Erlanger Mensa brachte den Interessierten anschaulich die Menschenrechtssituation im Land näher.
Gewinner als auch Verlierer nutzen gern die Chance, sich am Stand mit Infomaterial einzudecken oder die bereitliegende Petition zu unterzeichnen, um ihren Teil zu einer Verbesserung der Menschenrechtssituation beizutragen.

Im Moment schaut die halbe Welt auf Südafrika – als Austragungsort der Fussball WM, nicht umsonst also haben wir das Land am Kap der Guten Hoffnung zu unserem Semesterthema gemacht. Aber wir schauen genauer hin und hoffen, dass das sportliche Ereigniss auch Anlass ist, den Blick auf die Menschenrechtsproblematik im Land zu lenken.
Denn unsere Lose sind leider bittere Realität.
Im Moment sieht es jedoch leider so aus, als würde sich die Situation durch die WM eher verschlechten statt verbessern, Störungen sind unerwünscht. Aber Armut, Krankheit und Vergewaltigung stören nunmal.

Deswegen wendet sich unsere Petition an den Polizeichef von Südafrika.
Oft kommt es dort zu rassistischen Übergriffen auf Flüchtlinge und Ausländer, die unter anderem aus anderen Teilen Afrikas in das verhältnismäßig gutgestellte Südafrika fliehen. Anzeigen bei der Polizei wird oft nicht nachgegangen, und wenn überhaupt, dann werden nur die wenigsten von ihnen aufgeklärt. In einigen Fällen schlägt sich die Polizei auf die Seite der Angreifer – mit fatalen Folgen für die Flüchtlinge! Andere berichten davon, dass ihnen nahegelegt wurde, die Anzeige zurückzuziehen, wenn sie weiter im Land bleiben wollten.
In der Petition wird dazu aufgefordert, diese Straftaten aufzuklären und den Flüchtlingen in Zukunft besseren Schutz vor Übergriffen zu bieten. Wir konnten 132 Unterschriften sammeln! Vielen Dank für eure Unterstützung!