Interner Workshop zu Südafrika

Da das sich das Sommersemester 2010 bei uns ganz um das Thema Südafrika dreht, haben wir am 18.April einen internen Workshop zur Vergangenheit und Gegenwart dieses Landes organisiert.
Neben einem inhaltlichen Input stand auch eine Reihe organisatorischer Fragen an sowie ein gemeinsames Mittagessen in geselliger Runde.

Die beiden Referenten Daniel und Christian berichteten nach einem landeskundlichen Einstieg in ihren weiteren Ausführungen über die AIDS-Problematik. Ohne Untertreibung kann im Fall Südafrikas von einer regelrechten Epidemie gesprochen werden.
Nicht weniger schockierend ist die immer noch weit verbreitete Ablehnung von HIV-Infizierten sowie die fatale politische Haltung, HIV sei durch obskure Heilmethoden – z.B. Verzehr von Knoblauch, das Duschen nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr – zu bekämpfen.
Ein geschichtlicher Abriss Südafrikas wurde genutzt, um zum einen auf die ereignisreiche Geschichte des Landes zu verweisen und zum anderen das immer noch von rassistischen Spannungen gekennzeichnete Zusammenleben in dieser multikulturellen Gesellschaft zu skizzieren.

Darüber hinaus wurde die Situation der Menschenrechte in Südafrika näher beleuchtet. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es im Wesentlichen vier Schwerpunkte für die Arbeit von Amnesty International und somit für unsere Hochschulgruppe gibt:

  • Frauenrechte – Frauen sind besonders stark von Armut, Arbeitslosigkeit, HIV-Risiko, Gewalt und Diskriminierung betroffen.
  • Flüchtlingsrechte – immer wieder wurden in der jüngsten Vergangenheit die Rechte von Flüchtlingen nach Südafrika verletzt. Außerdem ist die Xenophobie ein weit verbreitetes Phänomen.
  • Folter und MR-Verletzungen bei Kriminalitätsbekämpfung – etliche Berichte von Amnesty International bezeugen das zum Teil willkürliche und unverhältnismäßig aggressive Vorgehen der Sicherheitskräfte. Manche dieser Taten haben einen rassistischen Hintergrund.
  • Unabhängigkeit und Transparenz der Justiz – wie die Aufarbeitung (oder die eben nicht erfolgte Aufarbeitung) vieler Straffälle zeigt, besteht der dringende Verdacht, dass die Justiz nicht neutral arbeitet. Auch hier lassen sich rassistische Hintergründe nicht ausschließen.