Aktionen Sommersemester 2009

Während der Militärdiktaturen in den 1970er und 1980er Jahren wurden in vielen lateinamerikanischen Staaten die Menschenrechte auf vielfältige Art und Weise missachtet. Pressezensur, geheime Haftzentren, Folter, „Verschwindenlassen“ und extralegale Hinrichtungen waren neben vielen anderen Menschenrechtsverletzungen zu dieser Zeit an der Tagesordnung. Nach dem Ende der Diktaturen wurden in den meisten Staaten sogenannte Wahrheitskommissionen eingerichtet, welche die Verbrechen der Vergangenheit aufarbeiten sollten. Auch wenn zumeist die Befriedung der feindlichen Lager durch eine strafrechtliche Amnestie der Täter erreicht wurde, gab es spektakuläre Strafprozesse, welche die Weltöffentlichkeit beschäftigten. Die Verhaftung des chilenischen Ex-Diktators Augusto Pinochet in England oder der gerade beendete Prozess gegen Alberto Fujimori sind dafür nur zwei Beispiele.

Die Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen aus dieser Vergangenheit war ein wichtiger Baustein in der Demokratisierung vieler lateinamerikanischer Staaten. Leider werden auch heute noch viele Menschenrechtsverletzungen in dieser Region registriert. Insbesondere die Gewalt gegenüber Frauen und „unerwünschten Personen“ wie Homosexuellen, Straßenkindern und Gewerkschaftern stellen ein großes gesellschaftliches Problem dar. Auch das Fehlverhalten staatlicher Institutionen, insbesondere des Justizsystems haben schwerwiegende Auswirkungen auf die Menschenrechtslage in diesen Staaten.

Die Amnesty Hochschulgruppe möchte sich daher im Sommersemester mit Lateinamerika näher auseinandersetzen und mit verschiedenen Aktionen jedem Interessierten ein besseres Verständnis der Menschenrechtslage in dieser Region vermitteln. Außerdem möchten wir der Missachtungen der Menschenrechte in diesem Teil der Welt durch konkrete Aktionen entgegenwirken. Wenn du dich auch für Menschenrechte einsetzen möchtest, findest du in der Rubrik Mitmachen verschiedene Möglichkeiten dazu.